Seit dem 1. April 2026 ist es beschlossen: Die GKV-Vergütung psychotherapeutischer Leistungen wurde um 4,5 Prozent gekürzt. Beschlossen durch den Erweiterten Bewertungsausschuss, gegen die Stimmen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Was auf dem Papier nach einer überschaubaren Zahl klingt, trifft Praxen in einer Realität, die viele gut kennen: steigende Kosten, wachsender Verwaltungsaufwand und kaum Spielraum, einfach mehr zu arbeiten.
Was viele Psychotherapeut:innen in diesen Wochen beschäftigt, ist nicht nur die Frage nach dem Warum, sondern vor allem: Was kann ich jetzt konkret tun?
Dieser Artikel ordnet ein, was die Honorarkürzung für Psychotherapeut:innen wirklich bedeutet, welche Handlungsspielräume es gibt und warum gerade jetzt der richtige Moment ist, die eigene Praxisorganisation unter die Lupe zu nehmen.
Was bedeutet die Honorarkürzung konkret?
Die Honorarkürzung für Psychotherapeut:innen bezeichnet die ab 1. April 2026 geltende Absenkung der GKV-Vergütung psychotherapeutischer Leistungen um 4,5 Prozent. Betroffen sind nahezu alle Leistungen des EBM-Abschnitts 35.2.1, darunter Richtlinienpsychotherapie, psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung.
Gleichzeitig wurden die Strukturzuschläge um 14,25 Prozent angehoben. Das gleicht das Minus je nach Praxisstruktur aber nur teilweise aus. Die Bundespsychotherapeutenkammer rechnet mit einer durchschnittlichen Honorarminderung von 2,8 bis 3,5 Prozent.
Die Kürzung trifft ausschließlich die Einnahmeseite. Miete, Software, Fortbildungen und Verwaltungsaufwand bleiben konstant. Was sich verändert, ist das effektive Einkommen pro Behandlungsstunde. Für eine Praxis mit durchschnittlichem Auslastungsgrad kann das schnell mehrere tausend Euro im Jahr ausmachen. In kleinen und mittleren Einzelpraxen, die ohnehin knapp kalkulieren, fällt dieser Betrag besonders ins Gewicht.
Welche Folgen hat das für den Praxisalltag?
Weniger Spielraum bei gleichem Aufwand. Wer bisher knapp kalkuliert hat, gerät unter stärkeren Druck. Investitionen in Supervision, Weiterbildung oder Praxisausstattung werden schwieriger abzuwägen.
Kein einfaches „mehr arbeiten“. Stundenkapazitäten sind endlich. Wer bereits voll ausgelastet ist, hat keinen Puffer nach oben. Mehr Therapiestunden sind für die meisten Praxen keine realistische Antwort auf sinkende Honorare.
Jede unbezahlte Stunde wiegt schwerer. Verwaltungsaufgaben, Telefonsprechzeiten und manuelle Abläufe haben immer Zeit gekostet. Nach der Honorarkürzung ist dieser Zeitverlust teurer als je zuvor, weil jede nicht-therapeutische Stunde mit einem höheren Opportunitätspreis verbunden ist.
Wo liegt der größte Hebel?
Die Kürzung selbst lässt sich nicht rückgängig machen. Was sich aber aktiv gestalten lässt, ist der Umgang mit der verfügbaren Zeit. Wer effizienter arbeitet, gewinnt ohne mehr Stunden zu investieren wirtschaftlichen Spielraum zurück.
Drei Bereiche bieten dabei den größten Hebel:
1. Verwaltungsaufwand sichtbar machen und reduzieren
Viele Praxen unterschätzen, wie viel Zeit täglich in Aufgaben fließt, die nicht vergütet werden: Anfragen manuell sortieren, Wartelisten pflegen, Terminabsprachen über Telefon und E-Mail koordinieren. Zusammengerechnet können das viele Stunden pro Woche sein. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Blog über unbezahlte Arbeit in Psychotherapie-Praxen: Honorarkürzung für Psychotherapie-Praxen: Wie viel unbezahlte Arbeit steckt in Ihrer Praxis?
2. Telefonsprechzeit kritisch betrachten
Die gesetzlich vorgeschriebene Telefonsprechzeit ist einer der am häufigsten unterschätzten Kostenfaktoren im Praxisalltag. Bei vollem Kassensitz sind das 200 Minuten pro Woche, die persönlich am Telefon verbracht werden müssen, unbezahlt. Was das in entgangenen Therapiestunden und Euro bedeutet, lesen Sie hier: Telefonsprechzeit Psychotherapie: Was sie wirklich kostet und wie Sie nach der Honorarkürzung gegensteuern
3. Wirtschaftlichkeit aktiv gestalten
Honorarkürzung bedeutet nicht, dass Wirtschaftlichkeit ein Schicksal ist. Kostenstruktur, Leistungsmix, Ausfallquote und Verwaltungseffizienz sind steuerbare Stellschrauben. Wie das konkret aussieht, lesen Sie hier: Wie bleibt meine Psychotherapiepraxis wirtschaftlich – trotz Honorarkürzung?
Wie Lucoyo dabei unterstützt
Lucoyo ist eine spezialisierte Lösung für psychotherapeutische Praxen, die Patientenmanagement und professionellen Telefonservice aus einer Hand anbietet. Keine generische Praxissoftware, sondern eine Lösung, die auf die besonderen Anforderungen der Psychotherapie ausgerichtet ist.
Patientenmanagement: Alle Anfragen laufen zentral ein, Wartelisten werden strukturiert gepflegt, Termine mit Leichtigkeit vergeben und die Kommunikation mit Patient:innen läuft datenschutzkonform über einen integrierten Messenger. Was früher über Telefon, E-Mail und Notizzettel koordiniert wurde, läuft in Lucoyo übersichtlich an einem Ort.
Telefonservice: Geschultes Fachpersonal übernimmt die telefonische Erreichbarkeit der Praxis vollständig, gesetzeskonform und DSGVO-konform. Die Praxis erhält strukturierte Rückmeldungen zu allen eingegangenen Anrufen und gewinnt die Zeit zurück, die bisher am Telefon gebunden war.
Praxisberichte zeigen, dass sich der organisatorische Aufwand durch Lucoyo um bis zu 20 Stunden pro Monat reduzieren lässt. Das sind 20 Stunden, die wieder für vergütete Therapie genutzt werden können.
Häufige Fragen zur Honorarkürzung für Psychotherapeut:innen 2026
Um wie viel Prozent wurde das Honorar für Psychotherapeut:innen gekürzt?
Die GKV-Vergütung psychotherapeutischer Leistungen wurde ab dem 1. April 2026 um 4,5 Prozent abgesenkt. Unter Berücksichtigung der gleichzeitig erhöhten Strukturzuschläge rechnet die Bundespsychotherapeutenkammer mit einer durchschnittlichen Honorarminderung von 2,8 bis 3,5 Prozent.
Welche Leistungen sind von der Honorarkürzung betroffen?
Betroffen sind nahezu alle Leistungen des EBM-Abschnitts 35.2.1, darunter Richtlinienpsychotherapie, psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung.
Kann die Honorarkürzung rückgängig gemacht werden?
Die KBV hat Klage beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg eingereicht. Eine endgültige rechtliche Klärung steht noch aus. Für Praxen bedeutet das: Die Kürzung ist vorerst real und sollte entsprechend in der Praxisplanung berücksichtigt werden.
Was können Psychotherapeut:innen gegen die Auswirkungen der Honorarkürzung tun?
Da mehr Therapiestunden für die meisten Praxen keine realistische Option sind, liegt der größte Hebel in der Reduktion unbezahlter Verwaltungsarbeit. Wer Abläufe wie Anfragenmanagement, Warteliste und Telefonsprechzeit effizienter gestaltet, gewinnt Zeit zurück, die wieder für vergütete Therapie genutzt werden kann.
Lohnt sich Lucoyo trotz Honorarkürzung?
Gerade wegen der Honorarkürzung lohnt sich Lucoyo. Wer durch strukturiertes Patientenmanagement und einen professionellen Telefonservice bis zu 20 Stunden pro Monat an Verwaltungszeit einspart, gewinnt wirtschaftlichen Spielraum zurück, ohne mehr zu arbeiten.
Fazit
Die Honorarkürzung für Psychotherapeut:innen ist eine reale Belastung. Gleichzeitig ist sie ein Moment, der viele Praxen dazu bringt, die eigenen Abläufe erstmals kritisch zu betrachten. Und genau darin liegt eine Chance.
Wer heute in effizientere Praxisorganisation investiert, gewinnt Zeit zurück. Und wer Zeit zurückgewinnt, gewinnt wirtschaftlichen Spielraum, ohne mehr Stunden zu arbeiten.
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