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Praxisgründung Psychotherapie: Was Sie wissen müssen

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Psychotherapeutin plant die Gründung ihrer Psychotherapie Praxis am Schreibtisch

Die Praxisgründung in der Psychotherapie bezeichnet den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit nach der Approbation. Sie umfasst alle Entscheidungen und Vorbereitungen, die notwendig sind, um eine eigene psychotherapeutische Praxis zu eröffnen, von der Wahl der Praxisform über rechtliche Voraussetzungen bis hin zur Organisation des Praxisalltags.

Für viele Psychotherapeut:innen ist die eigene Praxis das Ziel nach Jahren intensiver Ausbildung. Der Schritt in die Selbstständigkeit bringt viele Freiheiten, aber auch Verantwortung und eine Vielzahl von Entscheidungen, die gut vorbereitet sein wollen.

Dieser Beitrag gibt Ihnen einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Weichenstellungen bei der Praxisgründung in der Psychotherapie: Welche Praxisform passt zu Ihnen? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Und worauf sollten Sie bei der Vorbereitung besonders achten?


Was sind die Voraussetzungen für eine Praxisgründung in der Psychotherapie?

Unabhängig davon, welche Praxisform Sie wählen, gibt es einige grundlegende Voraussetzungen, die für jede Praxisgründung in der Psychotherapie gelten.

Approbation

Die Approbation ist die staatliche Zulassung zur Berufsausübung und die zentrale Voraussetzung für jede Form der Praxisgründung. Sie wird nach erfolgreichem Abschluss des Studiums und der psychotherapeutischen Ausbildung erteilt und berechtigt zur eigenständigen Berufsausübung, unabhängig davon, ob Sie eine Kassenpraxis oder eine Privatpraxis eröffnen möchten.

Fachkundenachweis

Der Fachkundenachweis bestätigt Ihre Qualifikation in einem anerkannten Richtlinienverfahren, zum Beispiel Verhaltenstherapie oder Tiefenpsychologie. Er ist Voraussetzung für die Zulassung durch die Kassenärztliche Vereinigung und damit für jede Praxis mit Kassensitz.

Mitgliedschaft in der Landespsychotherapeutenkammer

Als approbierte:r Psychotherapeut:in sind Sie gesetzlich verpflichtet, Mitglied in der zuständigen Landespsychotherapeutenkammer zu sein. Diese übernimmt unter anderem die Registrierung, rechtliche Beratung und die Überwachung der Berufsausübung.


Welche Praxisform passt zu Ihnen?

Die erste und wichtigste Entscheidung bei der Praxisgründung ist die Wahl der Praxisform. Sie hat großen Einfluss auf Ihre Zielgruppe, Ihre Einkommenssituation und Ihren Arbeitsalltag.

Kassenpraxis oder Privatpraxis?

Eine Kassenpraxis ermöglicht die Behandlung gesetzlich versicherter Patient:innen über die Kassenärztliche Vereinigung. Eine Privatpraxis richtet sich an Selbstzahler:innen und privatversicherte Patient:innen und ist unabhängig von der Bedarfsplanung.

Rund 90 Prozent der Patient:innen in Deutschland sind gesetzlich versichert. Eine Kassenpraxis bietet damit eine breite Patientenbasis und finanzielle Planbarkeit, ist aber an einen Kassensitz und die regionale Bedarfsplanung gebunden. Eine Privatpraxis bietet mehr Flexibilität bei Zielgruppe, Honorargestaltung und Standortwahl, erfordert aber ein stärkeres Engagement im Bereich Marketing und Patientengewinnung.

Einen ausführlichen Vergleich beider Praxisformen, inklusive aller Voraussetzungen, Kosten und Besonderheiten, finden Sie hier:

Einzelpraxis, Praxisgemeinschaft oder Gemeinschaftspraxis?

Neben der Frage Kasse oder Privat gibt es eine weitere strukturelle Entscheidung: Möchten Sie allein arbeiten oder mit anderen Therapeut:innen zusammen?

  • Einzelpraxis: Maximale Selbstbestimmung, volle Verantwortung
  • Praxisgemeinschaft: Geteilte Ressourcen wie Räume und Personal, eigenständige Abrechnung
  • Gemeinschaftspraxis: Gemeinsame Abrechnung und geteilter Patient:innenstamm

Neugründung, Übernahme oder Jobsharing?

Neben der Praxisform ist die Frage des Einstiegswegs entscheidend. Jede Option hat eigene Vor- und Nachteile.

Neugründung

Eine Neugründung bietet maximale Gestaltungsfreiheit: Sie entwickeln Ihre Praxisphilosophie von Grund auf, wählen Standort und Räumlichkeiten nach eigenen Vorstellungen und gestalten Abläufe so, wie sie zu Ihrer Arbeitsweise passen. Der Preis dafür ist ein höherer Planungsaufwand und der Start ohne bestehenden Patient:innenstamm.

Praxisübernahme

Bei einer Übernahme erhalten Sie eine funktionierende Infrastruktur, ein eingespieltes Team und einen etablierten Patient:innenstamm. Das erleichtert den Einstieg erheblich. Gleichzeitig sollten mögliche Altlasten wie teure Mietverträge oder veraltete Technik im Vorfeld sorgfältig geprüft werden.

Jobsharing

Das Jobsharing-Modell eignet sich besonders für Berufsanfänger:innen. Ein:e erfahrene:r Therapeut:in teilt den Kassensitz mit einer jüngeren Kollegin oder einem jüngeren Kollegen. Nach einer Übergangszeit übernimmt der Junior die Praxis vollständig. Es ist ein sanfter Einstieg mit wertvoller Begleitung, aber auch mit eingeschränkter Entscheidungsfreiheit in der Anfangsphase.


Was sollten Sie bei der Vorbereitung beachten?

Finanzen und Förderung

Eine solide Finanzplanung ist die Grundlage jeder Praxisgründung. Berücksichtigen Sie Kosten für Miete, Einrichtung, Technik, Versicherungen und Marketing. Psychotherapeut:innen zählen in der Regel zu den Freien Berufen und müssen kein Gewerbe anmelden, jedoch eine steuerliche Anmeldung beim Finanzamt vornehmen. Für die Finanzierung lohnt sich ein Blick auf KfW-Darlehen und regionale Förderprogramme. Die Unterstützung durch eine:n Steuerberater:in ist von Anfang an empfehlenswert.

Versicherungen

Als Praxisinhaberin oder Praxisinhaber sind bestimmte Versicherungen unverzichtbar: Berufshaftpflicht, Betriebshaftpflicht und Praxisausfallversicherung bilden die Grundlage. Je nach Praxisform und Ausstattung können weitere Versicherungen sinnvoll sein.

Datenschutz und DSGVO

Der Schutz sensibler Patient:innendaten hat in der Psychotherapie höchste Priorität. Die Anforderungen der DSGVO gelten von Beginn an. Dazu gehören unter anderem ein Verarbeitungsverzeichnis, sichere Kommunikationswege und ein klarer Umgang mit Patientendaten. Eine Beratung durch einen externen Datenschutzbeauftragten ist gerade zu Beginn sinnvoll.

Praxisorganisation von Anfang an strukturieren

Gerade in der Anfangsphase, wenn Anfragen eingehen und die Warteliste wächst, entscheidet eine klare Struktur darüber, wie viel Zeit für Verwaltung und wie viel für die therapeutische Arbeit bleibt. Schätzungen aus der Praxis zeigen: Allein die Organisation von Anfragen, Wartelisten und Terminvergaben kann durchschnittlich rund fünf Stunden Arbeitszeit pro Woche beanspruchen.

Spezialisierte Lösungen für das Patientenmanagement wie Lucoyo helfen dabei, diese Abläufe von Beginn an strukturiert und datenschutzkonform abzubilden, damit der Fokus auf der therapeutischen Arbeit bleibt.


Fazit

Die Praxisgründung in der Psychotherapie ist ein bedeutender Schritt, der sorgfältige Planung und klare Entscheidungen erfordert. Die wichtigsten Weichenstellungen sind die Wahl der Praxisform, der Einstiegsweg und eine solide organisatorische Grundlage von Beginn an.

Wer sich frühzeitig mit diesen Fragen auseinandersetzt, schafft die Basis für einen Praxisalltag, in dem organisatorische Aufgaben verlässlich im Hintergrund laufen und der Fokus auf dem bleibt, wofür die meisten Therapeut:innen in die Selbstständigkeit gegangen sind: die Arbeit mit den Patient:innen.

Genau dabei setzt Lucoyo an. Als spezialisierte Lösung für psychotherapeutische Praxen unterstützt Lucoyo bei der Organisation von Anfragen, Wartelisten und Terminvergaben, damit der Verwaltungsaufwand nicht auf Kosten der therapeutischen Arbeit geht.

Neugierig, wie Lucoyo Ihren Praxisalltag konkret entlasten kann? In einem unverbindlichen Gespräch zeigen wir Ihnen, wie andere psychotherapeutische Praxen Lucoyo einsetzen.

Hinweis: Die Inhalte dieses Beitrags dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine rechtliche oder steuerliche Beratung. Bitte lassen Sie sich individuell beraten, um alle gesetzlichen Anforderungen für Ihre Praxisgründung zu erfüllen.


Häufige Fragen zur Praxisgründung in der Psychotherapie

Was brauche ich, um eine psychotherapeutische Praxis zu gründen?

Die Grundvoraussetzung ist die Approbation als Psychotherapeut:in. Für eine Kassenpraxis kommen der Fachkundenachweis und die Zulassung durch die Kassenärztliche Vereinigung hinzu. Für eine Privatpraxis reicht die Approbation aus. In beiden Fällen ist die Mitgliedschaft in der Landespsychotherapeutenkammer gesetzlich vorgeschrieben.

Was ist der Unterschied zwischen einer Kassenpraxis und einer Privatpraxis?

Eine Kassenpraxis behandelt gesetzlich versicherte Patient:innen und rechnet über die Kassenärztliche Vereinigung ab. Sie erfordert einen Kassensitz und ist an die regionale Bedarfsplanung gebunden. Eine Privatpraxis richtet sich an Selbstzahler:innen und Privatversicherte, ist flexibler in Standort und Honorargestaltung, erfordert aber mehr Eigeninitiative bei der Patientengewinnung.

Was kostet eine Praxisgründung in der Psychotherapie?

Die Kosten variieren stark je nach Praxisform, Standort und Ausstattung. Bei einer Kassenpraxis kommen die Kosten für den Kassensitz hinzu, die je nach Region zwischen einigen tausend und über 100.000 Euro liegen können. Hinzu kommen Investitionen in Räumlichkeiten, Einrichtung, Technik und Versicherungen. Eine detaillierte Finanzplanung und steuerliche Beratung sind von Anfang an empfehlenswert.

Was ist der Unterschied zwischen Neugründung, Übernahme und Jobsharing?

Bei der Neugründung bauen Sie Ihre Praxis von Grund auf auf. Bei der Übernahme erwerben Sie eine bestehende Praxis mit Infrastruktur und Patient:innenstamm. Beim Jobsharing teilen Sie zunächst einen Kassensitz mit einer erfahrenen Kollegin oder einem erfahrenen Kollegen und übernehmen die Praxis nach einer Übergangszeit vollständig.

Wie organisiere ich Patientenanfragen und Wartelisten von Anfang an?

Gerade in der Anfangsphase wächst die Warteliste schnell. Eine klare Struktur für Anfragen, Wartelisten und Terminvergaben ist daher von Beginn an wichtig. Spezialisierte Lösungen für das Patientenmanagement wie Lucoyo helfen dabei, diese Abläufe strukturiert, übersichtlich und datenschutzkonform abzubilden.

Brauche ich als Praxisgründer:in sofort eine Praxissoftware?

Ja, eine strukturierte digitale Lösung für das Patientenmanagement ist von Anfang an sinnvoll. Sie verhindert, dass Anfragen über verschiedene Kanäle eingehen und im Alltag untergehen, und schafft eine datenschutzkonforme Grundlage für die Kommunikation mit Patient:innen.

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